für dich getrennt

mit deiner warmen hand
hast du mir wohlbehagen
auf meine nackte haut getragen.
ich habe sie mir ausgeschnitten
und zum erhalt in folie eingeschweißt.
sie hat darunter nicht gelitten,
wie ihre rosigkeit beweist.

das herz riss ich mir aus dem leib
und sicherte den pulsenden verbleib
in einem glas mit formalin.
es dir zu schicken brächte sinn,
wenn es auf deinem fensterbrett,
zwischen den angestaubten pflanzen,
ein nettes plätzchen hätt`

mein hirn ist durchgetrennt,
ein säuberlicher schnitt mit dem skalpell,
der beinahe schmerzlos und sehr schnell
das denken unterbrochen hat.
es glänzt sehr schön, am wundenrand.
doch wirkt es schon ein wenig matt,
im fahlen schein der lampe an der wand.

die zunge zuckt ein letztes wort,
die zähne haben sie durchschlagen.
sie wird dich nie mehr etwas fragen.
noch ist sie speichelfeucht.

ich glaub, das wird sich aber geben.
du kannst sie mit dem staub
aus deinem zimmer fegen.

meine augen liegen ausgedrückt
und beinahe schon tränenlos,
wie kleine, feuchte bälle
auf dem regalbrett deines klos.
sie hatten dich doch so entzückt,
so lange sie ausschließlich bloß
auf dich gerichtet waren.

neben den behaarten armen,
die, seit du eilig gingst,
nur füllung für mein hemdchen waren,
habe ich die lippen eingepackt.
Ich habe sie einfach abgehackt
und etwas blutend noch,
für dich zur post gebracht.



ich hoffe, du hast freude dran.
es fiel mir alles auch nicht schwer
und wenn du sagst,
dass du mich magst,
dann schicke ich dir noch viel mehr.
es gibt da noch etwas am mann,
von dem ich mich gern trennen kann.