nur ein tropfen

aus deinem weichen mund fallen worte,
deren buchstaben wie unverschlossene tropfen
geräuschlos, sanft am faden
auf den beckenboden fließen
und noch bevor sie sich gemehrt,
zu einem tiefen see ergießen,
fangen sie die welt,
die sich wie sie,
für augenblicke an dem von dir gespannten faden hält.

deinen warmen augen entspringen blicke,
begierig nach splittern des alltags haschend,
die schwirrend durch die lüfte fliegen,
um sie noch frischgeboren,
bevor sie dem zerfall erliegen,
zu einem bild zu fügen,
das dich und deine träume
erzählerisch, voll wortgewalt,
in lebensfreude wiegen

in dein haar zieht sich das tageslicht zurück,
wie ein wellendwogender vogelschwarm zur nacht,
der sich im schutz des baumes
zum wehrhaften wesen verbündet
und ehe noch der tag erwacht
die süßen träume sammelt,
von denen dein haar
im zwiegespräch mit dem gefieder
schlaftrunken, nachtwarmgekraust, berichtet hat.

der wind kämmt dir die vögel aus dem haar
und schickt sie mit den bildern deiner träume
in die morgendliche welt,
die sich behutsam tröpfelnd
am wassernassen faden hält,
bis sie, mit deinen worten gleitend, buchstabengelöst,
taumelnd in meinem beckensee versinkt,
in dem ich suchend tauche
und mich dir hautnah bringt