ein herbst, der mut macht,
in dem die sonne noch so ungebrochen lacht,
als stünde der sommer noch in seiner blüte.

kein grund, dass man nur seine wohnung hüte.

das wasser zieht noch warm rinnend,
seine bächlein in den sand und macht sinnend,
den blick, halbwach nur, auf das lachen gerichtet,
dort wo sich die luft zu einem feinen dunst verdichtet,
der die fernen bäume sanft wattiert,
bevor er sich am horizont verliert.

ein herbst, der das laub noch kaum gefärbt,
dessen wind noch kein gesicht gegerbt,
als sei er viel zu früh oder zu spät im jahr.

kein grund zu denken, dass der sommer war.

die bäume sind noch voller grüner kraft
und geben ihren früchten einen süssen saft,
der trunken macht, als sei er schon gegoren

wie guter wein, in dem die liebenden sich einst verloren,
die sich an ihm und sich ausgiebig labten
und sich die schönsten worte sagten.

ein herbst, der es verbietet den winter zu denken,
in dem es gilt den liebenden den tag zu schenken,
als hätte die zeit keinerlei grenzen.

kein grund die zärtlichkeit zu schwänzen.

die bänke im park laden doch noch ein
verliebt, umschlungen beieinander zu sein,
wie halsende schwäne, die den nachwuchs pflegen,
gilt es die liebe über die zeit zu hegen.
der nächste winter kommt doch bald,
nimm bis ins frühjahr meinen halt.

ein jahr, dass oftmals stürmisch blies
und nicht auf diesen herbst hinwies,
als wollte es recht schnell erstarren.

kein grund die liebe nicht zu offenbaren.